Jährlich nimmt das Autonome Frauenzentrum Potsdam e.V. die Walpurgisnacht am 30. April zum Anlass, um gegen Gewalt zu protestieren. Verbunden damit ist die feierliche Verleihung des Hexenbesens.
Der Hexenbesen ist Symbol für die Kraft, gesellschaftliche Missstände zu beseitigen und Staub aufzuwirbeln. Er weist aber auch auf die Geschichte der europäischen Hexenverfolgung hin. Deren gesellschaftliche Dynamik – Gewalt gegen Frauen* sowie die Abwertung von eigensinnigen und unangepassten FLINTA* und Mädchen – haben bis heute Bestand.
Dieses Jahr verleihen wir den Hexenbesen an Patricia Vester. Sie ist Künstlerin, Autorin, Kunst- und Kulturvermittlerin, Diversity Trainerin, Aktivistin und vieles mehr. Seit vielen Jahren engagiert sie sich für Geschlechtergerechtigkeit und gegen Rassismus, ist Expertin in vielerlei Hinsicht. In Worten und Illustrationen wird ihr Wirken sichtbar, wobei sich ihr Einsatz von Potsdam ausgehend inzwischen weit über die Grenzen Brandenburgs hinaus erstreckt.
Besonders zeichnet sie ihr Gerechtigkeitssinn aus. Patricia Vester interveniert dort, wo sie Diskriminierungen wahrnimmt. Sie geht in den Dialog, berät und begleitet Prozesse. Sie macht Leerstellen sichtbar – ob in Museen, Kunst, Kultur oder im Alltag. Sie baut Brücken, wo Unverständnis trennt. Patricia Vester ist ein Motor für eine gerechte und solidarische Praxis.
All dies in einer noch immer zu patriarchal-rassistischen Gesellschaft zu leisten und gerade die Strukturen zu verändern, die Steine in den Weg legen, zeugt von einer großen Resilienz, Selbstachtung, aber auch von einer zärtlichen Zugewandtheit für die Menschheit.
Hier finden Sie die bisherigen Preisträger*innen.
Pressemitteilung Hexenbesenverleihung 2026 zum Download.