Die Krankenhausreform des Bundes wird nun in den Kommunen umgesetzt – in Potsdam soll die Gynäkologie- und Geburtenstation des St. Josefs-Krankenhauses Ende Juli schließen. Damit ist auch der Erhalt des Endometriosezentrums unsicher. Auch wenn die Konzentration der Angebote zwischen den Kliniken EvB und St. Josefs laut MAZ-Informationen keine Auswirkungen auf Leistungen und Qualität hat, scheint das in Anbetracht der Kurzfristigkeit ein kaum realisierbares Versprechen.
Ein schlechtes Signal für die Frauengesundheit und werdende Eltern, da hier die sichere wohnortnahe Gesundheitsvorsorge in Gefahr ist.
Die Krankenhausreform darf weder auf dem Rücken der Angestellten noch der Patient*innen ausgetragen werden!
Die Geburt eines Kindes ist eine körperliche Höchstleistung, emotional aufgeladen und immer mit dem Risiko gesundheitlicher Komplikationen verbunden. Leider gibt es immer wieder Berichte, dass Gebärende gewaltvolle Erfahrungen im Kreisssaal erleiden mussten. Wir befürchten, dass solche Vorkommnisse in Phasen der Überlastung der verbleibenden einzigen Geburtenstation in Potsdam steigen werden, sollte die personelle und räumliche Ausstattung nicht an die Zunahme der zu erwartenden Geburten angepasst werden.
Werdende Eltern brauchen Vertrauen in ein funktionier-endes Gesundheitssystem!
Aktuell werden sie mit Unsicherheiten konfrontiert, wann und unter welchen Bedingungen sie in welchem Krankenhaus ihr Kind zur Welt bringen können.
Alle Personen, die in Potsdam auf der Suche nach einer Gynäkolog*in sind, stehen vor denselben Problemen: keine Aufnahme von Neupatient*innen, keine Durchführung von Sterilisierungen oder Abtreibungen, lange Wartezeiten. Wer eine Gynäkolog*in gefunden hat, bleibt dort Patient*in, auch wenn es zu unange-nehmen Situationen kommt oder es mit der Ärzt*in nicht passt.
Nach Wegfall des Endometriose-Zentrums im St. Josefs-Krankenhaus gibt es für diese Patient*innen mit chronischen Belastungen keine spezialiserte Anlaufstelle in Potsdam mehr.
Auch die unserer Kenntnis zufolge einzige Babyklappe in Brandenburg wird wegfallen. Lediglich eine vertrauliche Geburt kann durchgeführt werden, was in prekären Situationen schon eine zu hohe Hürde sein kann.
In Anbetracht der unsicheren Verhältnisse, denen sowohl Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen, als auch Hebammen gegenüber stehen, spitzt sich die Situation in den meisten gesundheitsrelevanten Bereichen für Frauen* zu.
Wir appellieren dazu, die Petitionen zum Thema zu unterzeichnen, damit diese wichtigen Angebote erhalten bleiben.
📰 MAZ- Artikel vom 06. Juli 2026 von Anna Sprockhoff.
✍️ Petition „Keine Versorgungslücke in Potsdam!“ von der Gründerin der Endometriose-Selbsthilfegruppe Potsdam
✍️ Petition „Rettet die Geburtenstation des St. Josefs-Krankenhauses Potsdam!“
Hilfe und Beratungen während der Schwangerschaft können profamilia und das Hilfetelefon für Schwangere geben:
💬 profamilia
☎️ Hilfetelefon Schwangere in Not