Potsdam, 14. Juli 2026
Hände weg von unserer Gesundheit! Breites Bündnis demonstriert am 17. Juli gegen die Kürzungen im Gesundheitswesen und die Hauruck-Schließungen am St. Josefs und Bergmann-Klinikum
Am Freitag, den 17. Juli 2026, findet um 17 Uhr auf dem Bassinplatz in Potsdam eine Demonstration gegen die Kürzungen im Gesundheitswesen (Sparpaket der Bundesregierung) und die Hauruck-Schließungen am St. Josefs-Krankenhaus und am Bergmann-Klinikum statt.
Auf Wunsch der Betroffenen wurde die ursprünglich von der Linken Potsdam für den 17. Juli 2026 angemeldete Demonstration als breite Bündnisdemonstration aufgesetzt.
Getragen wird sie von Potsdamer Parteien und Fraktionen, Gewerkschaften, Berufsverbänden, Selbsthilfe- und Fraueninitiativen gemeinsam.
In einer gemeinsamen Presseerklärung ruft das Bündnis zur Demo auf:
In Potsdam und auf Bundesebene erleben wir gerade, was passiert, wenn Gesundheitspolitik nur noch aufs Sparen schaut:
- Die Geburtsstation am St. Josefs – von heute auf morgen geschlossen
- Das Endometriosezentrum – vor dem Aus
- Gynäkologie und Neurologie am St. Josefs – Schließung zum 1. August
- Orthopädie und Gefäßchirurgie am Bergmann-Klinikum – werden abgewickelt
- Psychotherapie wird rationiert
Keine vier Wochen zwischen Ankündigung und Schließung. Keine echte Beteiligung. Keine Perspektive für rund 50 Beschäftigte – darunter Hebammen, Ärzt*innen und weiteres Krankenhauspersonal wie die Servicekräfte, die Potsdam dringend braucht.
Und dann setzt die Bundesregierung noch einen drauf: Am Freitag hat der Bundestag das GKV-Spargesetz beschlossen – fast 19 Milliarden Euro Kürzungen im Gesundheitswesen. Das bedeutet: Höhere Zuzahlungen für Patient*innen. Ein direkter Angriff auf die psychotherapeutische Versorgung: Die Honorar-Untergrenze für Psychotherapie wird gestrichen, Budgets gedeckelt, Zuschläge für Akutbehandlungen fallen weg. Die Folge: weniger Therapieplätze, noch längere Wartezeiten – ausgerechnet jetzt, wo immer mehr Menschen Hilfe brauchen. Wer sich Therapie nicht privat leisten kann, bleibt außen vor.
Gleichzeitig plant die Koalition die Krankschreibung ab dem ersten Tag und schafft die Telefon-AU ab. Das ist organisiertes Misstrauen gegenüber allen Beschäftigten – und es verstopft die Wartezimmer der Hausarztpraxen, die jetzt schon am Limit arbeiten. Das kostet Zeit, die für kranke Menschen fehlt.
Das ist Ausdruck einer Politik, die die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens fortschreibt, statt die Versorgung der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Es zeigt aber auch, wie die Lasten dieser sogenannten Reform verteilt sind: Die Pharmalobby wird am Ende belohnt und die Renditeerwartungen der Krankenhauskonzerne bleiben unangetastet. Die überfällige Strukturreform unseres Kassensystems wird nicht einmal angegangen. Die Zeche zahlen schwer kranke und hilfsbedürftige Patient*innen und die Beschäftigten, die das System jeden Tag tragen. Das ist beschämend und zynisch!
Schluss damit! Sparen bei Gesundheit ist kein Sparen. Verschleppte Behandlungen, längere Krankheitszeiten, mehr Chronifizierung zahlen wir alle.
Ob Kreißsaal, Endometriosezentrum, Psychotherapieplatz oder Hausarztpraxis: Es trifft immer die Menschen, die Versorgung am dringendsten brauchen, und die, die sie leisten. Deshalb gehen wir gemeinsam gegen das Sparpaket der Bundesregierung auf die Straße.
Unsere Forderungen
- Rücknahme der angekündigten Schließungen! Bei allen strukturellen Veränderungen müssen die Interessenvertretungen zuerst beteiligt werden!
- Erhalt der wohnortnahen Versorgung in Potsdam – Endometriosezentrum und MS-Ambulanz erhalten!
- Auskömmliche Finanzierung des Gesundheitssystems nach seinem Versorgungsauftrag statt Sparzwängen.
- Keine Kürzungen bei der psychotherapeutischen Versorgung! Psychotherapie muss extrabudgetär bleiben.
- Vertrauen statt Attestpflicht: Entlastung der Hausarztpraxen.
- Sicherstellung der Versorgung aller Patient*innen jeder Altersgruppe ohne Gefahr und Risiko durch Verlegung oder Wartezeit!
Das Bündnis ruft die Potsdamerinnen und Potsdamer dazu auf zahlreich an der Demonstration teilzunehmen und den den Demoaufruf an Freunde und Bekannte weiter zu geben.
Termin
Freitag, 17. Juli 2026 · 17 Uhr · Bassinplatz Potsdam
Das Bündnis
Die Linke KV Potsdam ·
Bündnis 90/Die Grünen KV Potsdam ·
Volt Potsdam ·
die aNDERE ·
Grüne Jugend ·
Jusos Potsdam ·
ver.di Bezirk Westbrandenburg – Potsdam·
DPtV Brandenburg ·
DPtV Berlin ·
Endometriose-Selbsthilfegruppe Potsdam ·
Autonomes Frauenzentrum Potsdam e.V. ·
Volkssolidarität Landesverband Brandenburg·
Bündnis für Therapieberufe